
Lebensqualität statt Leidensdruck –
raus aus der Isolation, hautnah ins Leben
Schuppenflechte-Betroffene fühlen sich in ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit oft sogar beeinträchtigter als Patienten mit Krebs, Diabetes oder Herzinfarkt. Dies belegen verschiedene Studien zur Einschränkung der Lebensqualität durch die Schuppenflechte (Angermann et al.). Scham und Angst vor Ausgrenzung führen die Betroffenen nicht selten in die soziale Isolation, was sich wiederum negativ auf die Haut auswirkt.
Auch Sie kennen vielleicht das Gefühl: Sei es beim Besuch im Schwimmbad, beim Friseur, beim Sport oder einfach im Alltag - neugierige Blicke von Anderen erschweren Psoriasis-Betroffenen oft das Leben. Denn die Haut bestimmt ganz wesentlich den ersten Eindruck mit, den ein Mensch beim anderen hinterlässt. Damit hat sie auch Einfluss auf das Verhalten, das ihm entgegengebracht wird.
Erfahren Sie manchmal Ekel oder die unbegründete Angst vor Ansteckung in der Öffentlichkeit oder in Ihrem privaten Umfeld? Nicht nur die tatsächlich erlebte Ablehnung kann zu psychischen Belastungen führen, sondern auch die Angst vor ihr. Folgen sind sozialer Rückzug, Ängste und Depressionen (Kimball et al.). Es entsteht ein Teufelskreis: Angst vor Ablehnung führt zur Vermeidung sozialer Kontakte. Seelische Belastungen können wiederum das Hautbild verschlechtern.
Die Lebensqualität zu verbessern ist somit ein wesentliches Ziel der Psoriasis-Behandlung. Eine stabile, von Vertrauen geprägte Arzt-Patienten-Beziehung bildet hierbei eine unterstützende Basis. Betroffene, die ihren Arzt auf das Erleben von Beeinträchtigung und Ablehnung durch die Umwelt ansprechen, und ihre Ängste und Empfindungen mitteilen, erleben die Arzt-Patienten-Beziehung oft positiv. Das gegenseitige Vertrauen ist gestärkt, und der Arzt erhält Hinweise auf Probleme der Krankheitsverarbeitung oder psychische Probleme – und deren Auswirkung auf die Haut.
Ein großer Schritt ist erreicht, wenn Sie als Betroffener die Schuppenflechte annehmen und anerkennen, dass Ihre Erkrankung einen gewissen Stellenwert im Leben einnimmt. Dann wird die Schuppenflechte zwar nach wie vor als Belastung erlebt, Sie können jedoch gelassener mit ihr umgehen, was sich in der Folge positiv auf Ihre Hauterscheinungen auswirken kann.
Neben dieser „psychotherapeutischen Grundversorgung“ ist vor allem die Auswahl der richtigen Therapie ausschlaggebend für den Behandlungserfolg bei Psoriasis. Denn nur die individuell richtige Therapie gewährleistet erfahrungsgemäß eine gute „Patienten-Compliance“. Das heißt, wenn Sie als Betroffener eine Therapie erhalten, die zu Ihnen und Ihrem Lebensstil passt, unterstützt Sie dies dabei, die verordnete Behandlung verlässlich und konsequent durchzuführen.
Eine individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten abgestimmte Therapie lässt sich nur durch ein direktes Gespräch zwischen Arzt und Patient ermitteln. Deshalb: Gehen Sie zum Arzt und sprechen Sie Ihre Probleme direkt und offen an. Unterstützend empfiehlt es sich, die Fragebögen zur Lebensqualität und Therapiezufriedenheit vorher auszufüllen und mitzunehmen. So haben Sie auch gleich einen guten Gesprächseinstieg. Verstecken Sie sich nicht länger – nehmen Sie Ihre Krankheit an, das wirkt sich positiv auf die Haut aus - und es unterstützt die Therapie, damit Sie das Leben wieder meistern können.
Wenn Sie noch einen Dermatologen suchen, dann empfehlen wir die Dermatologensuche des BVDD.
