
Die individuell richtige Behandlungsform finden
So verschieden wie die Ausprägungen der Erkrankung, so verschieden sind auch die Betroffenen und deren Lebensumstände. Die individuell richtige Therapie für jeden an Schuppenflechte Erkrankten zu finden, ist ein zentrales Therapieziel.
Welcher Schweregrad vorliegt (generelle Einteilung in leicht, mittelschwer und schwer), entscheidet der Arzt nach seiner therapeutischen Erfahrung, dem prozentualen Anteil der betroffenen Körperoberfläche oder einem speziellen Schweregradindex, dem PASI (englisch: Psoriasis Area Severity Index). Dieser erfasst sowohl Rötung, Schuppung und Dicke der einzelnen Plaques sowie die Ausbreitung derselben am Körper. Aber auch die Lebensqualitätsbeeinträchtigung, gemessen am DLQI kann ein Entscheidungskriterium über den Schweregrad sein.
Generell gilt: Bei leichten Formen, auf der Schweregradskala unterhalb einem DLQI oder PASI von 10 und/oder weniger als 10% betroffener Körperoberfläche sind zunächst äußerliche Therapien mit Cremes und Salben oder Licht angezeigt. Ab einem DLQI oder PASI von 10 oder über 10% betroffener Hautareale gelten Patienten als mittelschwer bis schwer betroffen, dann ist eine innerlich wirksame (systemische) Therapie angezeigt. Diese Einteilung gilt aber nur bedingt.
Auch spielen die Lebensqualität und der Leidensdruck eine große Rolle bei der Auswahl der Therapie, denn jeder Betroffene hat andere Bedürfnisse. Zeigt sich die Schuppenflechte vorwiegend an sichtbaren Körperstellen wie Hände, Kopfhaut, Gesicht kann auch bei einer geringeren betroffenen Körperoberfläche eine systemische Therapie angezeigt sein, wenn dies den Betroffenen belastet und im Beruf bei sozialen Kontakten stört.
Dies gilt beispielsweise auch, wenn starker Juckreiz vorliegt oder sich die Psoriasis im Genitalbereich manifestiert hat. Auch fehlt Betroffenen, die beruflich viel auf Reisen und zeitlich sehr eingespannt sind, oft die Zeit, sich jeden Morgen am ganzen Körper einzucremen oder sich immer wieder in die Praxis zur Lichtbehandlung zu begeben.
Weitere Faktoren für die individuelle Auswahl der Behandlungsform, unabhängig vom Schweregrad, sind das Ansprechen auf Vortherapien, das persönliche Risikoprofil oder das Alter. Alle diese genannten Faktoren begründen den aktuell sichtbaren oder vom Patienten fühlbaren Schweregrad seiner Schuppenflechte.
Nach aktuellen Erkenntnissen birgt die Psoriasis ab mittelschwerer Ausprägung aber auch ein erhöhtes Risiko, Begleit- und Folgeerkrankungen zu entwickeln. Durch eine rechtzeitige systemische Therapie könnte dieses Risiko gesenkt werden. Sofern Patienten bereits an Begleiterkrankungen leiden, sollten bei der Wahl der Therapie auch mögliche Arzneimittelwechselwirkungen berücksichtigt werden.
Bei der Entscheidung für eine spezielle systemische Therapie, müssen die Ansprüche an Sicherheit in der Langzeitanwendung und Dauerwirksamkeit gewährleistet werden. Dies gilt es bei der Substanzwahl zu berücksichtigen.
